9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (2022)

Was ist eine Wärmebildkamera?

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (1)Eine Wärmebildkamera kommt im Dunkeln zum Einsatz und macht für das menschliche Auge schwer erkennbare Objekte auf einem Bild sichtbar. Je wärmer ein Objekt ist, desto mehr Infrarotstrahlung sendet es aus. Der Infrarotsensor einer Wärmebildkamera erfasst diese Wärmestrahlung und stellt sie bildlich dar. Ansonsten funktioniert solch eine Kamera wie eine normale Digitalkamera. Sie erkennt kontaktlos ein Motiv und zeichnet es als Bild auf.

Die Konturen bleiben originalgetreu, doch die Farben werden anders dargestellt als bei einer normalen Kamera. Das liegt daran, dass die Farben innerhalb eines begrenzten Farbspektrums angezeigt werden. Sehr warme Bereiche sind in einem dunklen Rot sichtbar und sehr kalte Bereiche in einem dunklen Lila.

Das Bild ist nichts anderes als die grafische Darstellung unterschiedlicher Temperaturen. Es wird Wärmebild oder Thermografie genannt. Die auf dem Bild dargestellte Wärme entsteht in diesem Fall nicht durch Licht, sondern durch die für den Menschen unsichtbare Infrarotstrahlung.

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Welchen Temperaturbereich können Wärmebildkameras erfassen? Thermokameras stellen in der Regel Temperaturen von -40 GradCelsius bis +380 Grad Celsius dar. Sie sind in der Lage, jede Abweichung in diesem Bereich zu registrieren.

Wie funktioniert eine Wärmebildkamera?

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (3)Wie bereits erwähnt, funktioniert eine Wärmebildkamera im Grunde wie eine herkömmliche Digitalkamera. Das Licht fällt in ein Objektiv ein. Spezielle Optiken, die aus Germanium, Germaniumlegierungen oder Zinksalzen bestehen, fokussieren die Wärmestrahlung im mittleren Infrarotbereich. Diese vergüteten Optiken sind im Vergleich zu den Optiken in normalen Digitalkameras immer noch ein großer Kostenfaktor bei Wärmebildkameras.

Die Strahlung wird zum Herzstück der Wärmebildkamera geleitet – dem sogenannten Focal Plane Array, kurz FPA. Das ist ein Bildsensor, der je nach Auflösung bis zu einer Million Pixel enthält. Jedes einzelne dieser Pixel ist ein Detektor für elektromagnetische Wellen. Diese thermischen Empfänger werden durch die Wärmestrahlung innerhalb von 10 Millisekunden um etwa ein Fünftel des Temperaturunterschiedes zwischen Objekttemperatur und Eigentemperatur erwärmt. Dadurch ändert sich der elektrische Widerstand der Pixel.

Die Änderung des Widerstandes wird in ein elektrisches Spannungssignal umgewandelt, verstärkt und dann digitalisiert. Zu guter Letzt berechnet eine digitale Signalverarbeitung für jeden Pixel den entsprechenden Temperaturwert und generiert aus deren Gesamtheit das Wärmebild, das Sie schließlich auf dem Display Ihrer Wärmebildkamera sehen.

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Weitere bauliche Voraussetzungen notwendig: Die hohe Empfindlichkeit der Pixel kann nur durch eine extrem geringe Wärmekapazität zusammen mit einer sehr guten Isolation der Wärmebildkamera gewährleistet werden. Wärmebildkameras verfügen deshalb neben den speziell vergüteten Optiken über einige weitere bauliche Voraussetzungen, um ein Infrarot-Bild anzeigen zu können.

Wofür wurden Wärmebildkameras entwickelt?

Die Wärmebildkamera wurde ursprünglich für das Militär entwickelt, um feindliche Soldaten nachts im Gelände zu lokalisieren. Auch heute noch ist das Militär der Hauptabnehmer für Wärmebildkameras. Jede technische Weiterentwicklung zielt in erster Linie auf einen besseren militärischen Nutzen ab. Sie als Privatperson können von der steten Perfektionierung dieser Geräte profitieren.

Welchen Nutzen haben Wärmebildkameras für den zivilen Bereich?

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (5)Die von den Geräten genutzte Technologie der Bilderzeugung durch Wärme bietet Ihnen zahlreiche Vorteile:

  • Schnelle und gezielte Lokalisierung von Bereichen mit hohen und niedrigen Temperaturen
  • Berührungsloses Messen
  • Kein Licht notwendig
  • Zeitgleiche und in Echtzeit überwachte Temperaturverteilung von großen Flächen

Diese Vorzüge machen sich Anwender in zahlreichen Bereichen zunutze. Zu den folgenden Anwendungen erfahren Sie im Anschluss, wieeine Wärmebildkamera eingesetzt wird:

  1. Jagd
  2. Rettungseinsätze
  3. Bau
  4. Solartechnik
  5. Qualitätssicherung und Instandhaltung
  6. Forschung und Entwicklung
  7. Medizin

Jagd

Förster, Jäger und Naturbeobachter nutzen die Wärmebildkamera, um Tiere in der Dunkelheit zu erkennen. Dafür verwenden die meisten Jäger und Förster spezielle Wildkameras mit bestimmten Funktionen. Sie müssen hochauflösend sein mit einem breiten Bildwinkel und großer Sichttiefe. Als Wildbeobachter können Sie zudem eine normale Wärmebildkamera als Wildkamera benutzen. Sie stellt ebenfalls ein gut sichtbares Bild der Tiere dar. Beachten Sie aber, dass in Deutschland eine Wärmebildkamera nicht auf eine Schusswaffe montiert werden darf.

Rettungseinsätze

Bei Rettungseinsätzen der Feuerwehr ist eine Wärmebildkamera nicht mehr wegzudenken. Mit der Kamera können die Einsatzkräfte Brandherde lokalisieren und so den Ausbruch des Brandes verhindern. Bei einem Brand oder bei starkem Rauch zeigt die Kamera an, ob und wo sich noch Menschen im Haus befinden. Beim Löschen von Flächenbränden mit viel Rauchentwicklung sehen die Feuerwehrleute anhand der Kamera, ob es noch Glutnester gibt. Rettungskräfte nutzen hochauflösende Wärmebildkameras vom Hubschrauber aus, um vermisste Personen zu lokalisieren.

Bau

Wärmebildkameras werden häufig in der Bauthermografie eingesetzt. Mit ihr werden thermische Schwachstellen aufgedeckt. Das sind Bereiche, die aufgrund unzureichender Dämmung zu einem Wärmeverlust im Gebäude führen. Ein Energieberater kann mit Ihnen als Hausbesitzer einen Plan aufstellen, wie die entsprechenden Bereiche optimal gedämmt werden.

Eine Bauthermografie ist für Sie gesetzlich vorgeschrieben, wenn Sie Ihr Haus verkaufen wollen. Danach erhalten Sie einen Energieausweis, den Sie potenziellen Käufern vorzeigen müssen. Doch nicht nur schlecht gedämmte Bereiche kommen mit einer Wärmebildkamera zum Vorschein. Es werden Risse in der Fassade, Feuchtigkeit und Schimmel sowie Lecks in Rohrleitungen angezeigt. Die Wärmebildkamera lokalisiert außerdem den Leitungsverlauf von Wasserzuleitungen, Heizrohren und Fußbodenheizungen.

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (6)Solartechnik

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Wärmebildkameras eignen sich bestens dafür, Defekte an Solaranlagen zu erkennen. Sie erfassen die Wärmeunterschiede und kommen den Schwachstellen zeit- und kostensparend auf die Spur.

Qualitätssicherung und Instandhaltung

Reparaturbedürftige Stellen an elektrischen und mechanischen Systemen müssen schnell aufgespürt werden, damit sie keine hohen Kosten verursachen oder gar gefährlich werden. Verlustleistungen werden mit der Wärmebildkamera durch die „kalten Farben“ schnell erkannt. Ein Gasleck ist rasch lokalisiert, wodurch eine Katastrophe verhindert werden kann. Das Verwenden einer Wärmebildkamera ist ein Muss, um Schäden oder Ausfällen vorzubeugen und Verschleiß rechtzeitig entgegenzuwirken.

Forschung und Entwicklung

Um in der Materialanalytik und Werkstoffprüfung bestimmte Materialien nach dessen Eigenschaften und verborgenen Defekten zu untersuchen, werden sie durch Prüfer erhitzt und mithilfe hochauflösender Infrarotkameras thermisch analysiert.

Medizin

In der Medizin helfen Wärmebildkameras, sehr effizient und gezielt Diagnosen zu stellen. So werden zum Beispiel Entzündungsherde mit diesen Kameras einfach und schnell erkannt. Durchblutungsstörungen können mit einer Wärmebildkamera ebenfalls lokalisiert werden. Sie sind durch „kalte Farben“ auf dem Bild dargestellt. Sogar die Erkennung von Brustkrebs ist mit einer Wärmebildkamera möglich.

Seuchenkontrolle:Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, wie an einem bestimmten Ort die Ausbreitung einer Seuche so rasch erfasst und die Zahl der erkrankten Menschen identifiziert werden konnte? Solche schnellen Reihenuntersuchungen werden mithilfe von Wärmebildkameras durchgeführt. Das ist im Rahmen einer Seuchenkontrolle, etwa auf einem Flughafen, erlaubt. Die Kameras zeigen über die Wärmestrahlung eine erhöhte Körpertemperatur bzw. Fieber der Betroffenen an.

Unterschied zwischen einem Infrarot-Thermometer und einer Wärmebildkamera

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (7)Bevor wir Ihnen die verschiedenen Arten von Wärmebildkameras vorstellen, möchten wir Sie auf Infrarot-Thermometer hinweisen. Wenn Sie einfach nur die Temperatur von Gegenständen messen wollen, ist solch ein Gerät völlig ausreichend. Eine Wärmbildkamera benötigen Sie dann, wenn Sie die Wärmeverteilung zusätzlich bildlich darstellen möchten.

Sollte ein Infrarot-Thermometer für Ihre Zwecke ausreichen, können Sie mit geringeren Kosten rechnen als bei einer Wärmebildkamera. Sie können es zudem für große Messobjekte einsetzen. Infrarot-Thermometer kommen beispielsweise bei der Kontrolle von Waren, in der Schwerindustrie oder im Haushalt zum Einsatz.Bedenken Sie aber, dass das Infrarot-Thermometer nur für einfache Temperaturmessungen aus geringem Abstand gedacht ist.

Die Wärmebildkamera besitzt oft eine größere Reichweite und zeigt eine deutlichere Übersicht der Wärmeverteilung. Den Emissionsgrad können Sie damit ebenfalls sehen. Sie haben demnach die Möglichkeit, eine Wärmebildkamera vielseitig einzusetzen. Auf dem Display werden die Temperaturen nicht nur in Zahlen dargestellt, sondern in einem farbigen oder schwarz-weißen Wärmebild.

Ist eine Kombination aus Infrarot-Thermometer und Wärmebildkamera für mich geeignet?

Wenn Sie genaue Messungen durchführen und Wärmebilder erhalten wollen, ist eventuell ein Pyrometer eine Alternative zur etwas teureren Wärmebildkamera. Das Pyrometer wird auch Infrarotkamera genannt. Lassen Sie sich von den Begriffen Wärmebildkamera und Infrarotkamera nicht verwirren. Die beiden Begriffe sind keine Synonyme, obwohl sie manchmal als solche verwendet werden.

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Was ist ein Pyrometer? Das Pyrometer sieht einer tragbaren Wärmebildkamera in der Pistolen-artigen Form sehr ähnlich, funktioniert aber anders. Es ist eine Mischung aus Infrarot-Thermometer und Wärmebildkamera und preislich zwischen beiden Varianten angesiedelt. Bedenken Sie, dass ein Pyrometer nur für kleinere Messbereiche und vereinfachte Wärmebilder geeignet ist.

Welche Arten von Wärmebildkameras gibt es?

Nun möchten wir Ihnen die verschiedenen Typen von Wärmebildkameras mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen, damit Sie leichter entscheiden können, welche Art von Kamera am besten zu Ihnen passt. Sie haben die Wahl zwischen folgenden Wärmebildkameras:

  1. Stationäre Wärmebildkamera
  2. Tragbare Wärmebildkamera
  3. Wärmebildkamera für das Smartphone

Stationäre Wärmebildkamera

Diese Art von Wärmebildkamera ist fest installiert. Diese Geräte sind nicht für die Bauthermografie oder den Einsatz in der Elektrotechnik geeignet. Dagegen können sie für die Messung während standardisierter Prozesse eingesetzt werden. Daher finden sich stationäre Infrarotkameras vor allem in der Industrie, Forschung und Entwicklung. Darüber hinaus werden sie für die Jagd, die Geländeüberwachung, in Militärfahrzeugen und Rettungshubschraubern verwendet.

  • Optimal für die Messung standardisierter Prozesse
  • Präzise Messungen
  • Nicht für den mobilen Einsatz
  • Recht teuer in der Anschaffung

Tragbare Wärmebildkamera

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Tragbare Wärmebildkameras kommen in den meisten Bereichen zum Einsatz. Sie erinnern im Aussehen ein wenig an eine Pistole. Da diese Handgeräte so kompakt und mit einer Hand bedienbar sind, können Sie sie flexibel einsetzen. Ihre Anwendungsbereiche sind die Bauthermografie, Rettungseinsätze sowie Analysen von Elektronikteilen, Rohrsystemen, Maschinen, Schaltschränken und Heizungsanlagen.

  • Flexibel und mobil in vielen Bereichen einsetzbar
  • Kompakt und mit einer Hand bedienbar
  • Kostengünstiger als stationäre Geräte
  • Weniger für standardisierte Prozesse in Industrie und Forschung geeignet

Wärmebildkamera für das Smartphone

Diese Art von Wärmebildkamera ist qualitativ nicht mit den anderen beiden Typen vergleichbar. Als Einstieg in die Thematik der Thermografie sind Wärmebildkameras für das Smartphone jedoch ausreichend. Für eine höhere Qualität sind spezielle Baustellenhandys mit Wärmebildfunktion erhältlich, die aber erheblich teurer sind.

  • Als Einstieg in die Thermografie geeignet
  • Bereits im Handy integriert und kein separates Gerät erforderlich
  • Kostengünstiger als stationäre und tragbare Wärmebildkameras
  • Qualität der Messungen und Bilder nicht hoch

Worauf sollte ich beim Kauf einer Wärmebildkamera achten?

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (9)Bei all den Zahlen und technischen Fakten behalten Sie vielleicht nicht immer den Überblick, auf welche Angaben Sie bei Wärmebildkameras achten sollten. Wir möchten Sie unterstützen, sich auf die wesentlichen Daten zu konzentrieren und erklären Ihnen zudem, was es mit den technischen Angaben auf sich hat. Folgende Kriterien, die Sie auf alle Fälle miteinander vergleichen sollten, stellen wir Ihnen nachfolgend näher vor:

  • Reichweite
  • Temperaturbereich
  • Bildwinkel beziehungsweise Öffnungswinkel
  • Auflösung des Sensors
  • Anwendungsbereich und Handhabung
  • Bilddarstellung
  • Image-Combining-Darstellung

Reichweite

Die Angaben zur maximalen Reichweite sagen aus, wie weit Sie für eine verlässliche Darstellung von dem zu messenden Objekt entfernt sein dürfen. Bei den Wärmebildkameras liegt die maximale Reichweite zwischen 0,5 und 500 Metern. Das ist ein großes Spektrum. Daher sollten Sie bei den einzelnen Geräten auf die Angaben des Herstellers achten. Die Reichweite bestimmt entsprechend den Anwendungsbereich Ihrer Kamera.

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Wie zuverlässig sind die Angaben zur Reichweite? Oft schafft eine Wärmebildkamera in der Realität eine höhere Reichweite, als der Hersteller angibt. Zwar ist bei einer Überschreitung der Maximalreichweite die bildliche Darstellung ein wenig ungenauer, dennoch können Sie immer noch brauchbare Messungen und Bilder erhalten. Probieren Sie mit Ihrer Kamera am besten selbst aus, bis zu welcher Reichweite sie zuverlässige Messungen durchführt und diese in einer guten Bildqualität angibt.

Eine geringe Reichweite benötigen Sie, wenn Sie nur kleine Objekte messen wollen. Solche Objekte sind zum Beispiel elektrische Schaltungen und Leiterplatten. Eine höhere Reichweite ist dagegen bei der Gebäudediagnostik notwendig. Da ein Gebäude ein großes Objekt ist, das Sie in seiner Gesamtheit erfassen wollen, können Sie Ihre Aufnahmen nur aus einiger Entfernung durchführen.

Temperaturbereich

Achten Sie auf einen Temperaturbereich, der zu Ihren Anforderungen passt. Dieser schwankt bei den einzelnen Modellen zum Teil erheblich. Manche Wärmebildkameras können Sie nur bis zum unteren Temperaturbereich von -10 Grad Celsius verwenden. Andere Modelle messen dagegen bis -40 Grad Celsius. In den oberen Bereichen schaffen manche Kameras Messungen bis +150 Grad Celsius und sehr gute Modelle bis +400 Grad Celsius.

Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie eine Wärmebildkamera mit einem hohen Temperaturbereich benötigen oder ob ein preiswerteres Modell mit einem geringeren Temperaturbereich ausreicht. Damit können Sie ebenfalls qualitativ hochwertige Messungen durchführen wie etwa bei der Beobachtung von Tieren, in der Medizintechnik, beim Untersuchen von Dämmungen und Sichtbarmachen von Leckagen.

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Wann benötige ich eine Kamera mit hohem Temperaturbereich? Eine Wärmebildkamera, die einen hohen Temperaturbereich abdeckt, benötigen Sie etwa für Feuerwehreinsätze, militärische Zwecke sowie die Bereiche Heizungsbau, Maschinenbau oder Elektrotechnik. Für diese Anwendungsbereiche gibt es hoch spezialisierte Geräte, die je nach Modell eine Temperatur von +900 Grad Celsius und mehr messen können. Diese Wärmebildkameras haben einen entsprechend hohen Preis. Deshalb lohnt sich eine Anschaffung nur, wenn Sie viel mit einer der oben genannten Anwendungen zu tun haben.

Bildwinkel oder Öffnungswinkel

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Den Bildwinkel beziehungsweise Öffnungswinkel geben einige Hersteller eventuell mit der Abkürzung FOV an. Sie steht für den englischen Begriff „Field of View“. Der Blickwinkel ist das Sichtfeld, das die Wärmebildkamera abbilden kann und wird in der Einheit Grad x Grad angegeben. Die erste Gradangabe bezieht sich auf den Winkel in der Horizontalen, die zweite Angabe auf den Winkel in der Vertikalen.

Bei der Wahl des Blickwinkels kommt es darauf an, für welchen Zweck Sie die Wärmebildkamera einsetzen möchten. Wenn Sie Häuser untersuchen wollen, sollte der Blickwinkel möglichst groß sein. Kleine Objekte können Sie mit einem kleinen Blickwinkel messen. Hintergrund ist, dass Ihr zu untersuchendes Objekt im Idealfall das gesamte Sichtfeld der Wärmebildkamera ausfüllen sollte. Die Hersteller geben für ihre Geräte in der Regel Auskunft, für welche Anwendungsbereiche sie am besten geeignet sind.

Auflösung des Sensors

Die Auflösung des Sensors entscheidet darüber, wie exakt die Wärmebildkamera das Bild darstellt. Wenn Sie zum Messen immer nahe an das Objekt herangehen können, benötigen Sie keine hohe Auflösung. Für größere Entfernungen ist eine hohe Auflösung der Kamera aber sehr wichtig. Je besser die Auflösung ist, desto genauer können Sie kleine Problemstellen aus größerer Entfernung lokalisieren.

Für die thermische Messung von Elektronik sollten Sie ein Gerät mit einer hohen Auflösung wählen. Das gilt ebenfalls für die Untersuchung von Gebäuden, wenn Sie aus einer weiten Entfernung messen. Eine hohe Auflösung reicht für die optimale thermische Messung großflächiger Objekte aber noch nicht aus. Es muss ein breiter Blickwinkel hinzukommen.

In der Regel besitzen Wärmebildkameras für zivile Zwecke eine Auflösung des Sensors von 220 x 160 oder 320 x 240 Pixeln. Profigeräte, die etwa Wissenschaftler oder das Militär einsetzen, kommen häufig auf eine Auflösung von 464 x 348 oder 640 x 480 Pixeln. Für die Untersuchung elektronischer Komponenten in Schaltschränken reicht eine Wärmebildkamera mit 38 x 38 Pixeln völlig aus.

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Verwechslungsgefahr: Verwechseln Sie die Auflösung des Sensors bzw. Detektors nicht mit der Auflösung des Displays. Lesen Sie gründlich, was der Hersteller über die Auflösung seines Gerätes schreibt und klären Sie ab, ob er den Sensor oder das Display meint. Wenn es sich um sehr hohe Pixelzahlen handelt, ist vermutlich vom Display die Rede.

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (13)Anwendungsbereich und Handhabung

Wenn Sie die Wärmebildkamera flexibel an verschiedenen Orten einsetzen wollen, sollte das Gerät leicht sein und gut in der Hand liegen. Für die Anwendung im Außenbereich ist es wichtig, dass die Kamera vor Staub und Spritzwasser geschützt ist. Das erkennen Sie an der IP-Schutzart, die der Hersteller angibt. IP bedeutet „International Protection“.

Die erste Zahl dahinter besagt, wie gut das Gerät gegen das Eindringen von Festkörpern wie etwa Staubpartikeln geschützt ist. Eine 0 sagt aus, dass gar kein Staubschutz besteht. Eine 6 zeigt Ihnen, dass das Gerät komplett staubdicht ist. Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz vor Feuchtigkeit und die Stoßfestigkeit. Eine 0 bedeutet, dass die Wärmebildkamera überhaupt nicht gegen Wasser geschützt ist und eine 9, dass sie einen vollständigen Schutz aufweist.

Eine leichte Bedienung ist für eine Wärmebildkamera ebenfalls ein wichtiger Faktor. Als Einsteiger und wenn Sie die Kamera im privaten Bereich verwenden, benötigen Sie keine komplizierten Extra-Funktionen. Sie sollten sich schnell mit dem Gerät vertraut machen können. Wenige Tasten und ein übersichtliches Display erleichtern das erheblich.

Bilddarstellung

Bei den meisten Wärmebildkameras ist die bildliche Darstellung der thermischen Messung farbig. Es gibt zudem Modelle, die Schwarz-Weiß-Bilder mit Grauabstufungen zeigen. Die farbige Variante ist gut für die bildliche Darstellung von Temperaturunterschieden und Temperaturabstufungen geeignet. Schwarz-Weiß-Bilder machen dagegen einzelne bewegliche Objekte besser erkennbar. Dadurch sind sie sehr gut für die Jagd, für die Polizei, für eine Gebietsüberwachung sowie für militärische Zwecke geeignet.

Image-Combining-Darstellung

Es handelt sich um eine Kombination aus der Darstellung des sichtbaren Echtbildes, wie Sie es mit einer herkömmlichen Digitalkamera erhalten, und des thermischen Bildes. Das kann für manche Anwendungsbereiche sehr sinnvoll sein. Denn auf diese Weise gleichen Sie die Details des Wärmebildes genauer mit der realistischen Ansicht ab und lokalisieren diese eindeutig. Vorteile hat diese Funktion vor allem in der Heizungstechnik und in der Elektroinstallation. Hier ist es wichtig, dass Schäden leicht und schnell diagnostiziert und anschaulich dokumentiert werden.

Wann wurde die Wärmebildkamera erfunden?

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (14)Die Wärmebildkamera wurde 1958 vom schwedischen Unternehmen AGA für das Militär entwickelt. Das System, auf dem diese Kamera basierte, ist heute als die FLIR-Technik bekannt. Im Jahr 1964 kam die erste Wärmebildkamera für den zivilen Bereich auf den Markt.

Ihr primärer Verwendungszweck war die Untersuchung von Hochspannungsleitungen. 1973 gab es die erste batteriebetriebene tragbare Wärmebildkamera für jeden, der sie sich leisten konnte. Jedoch waren die Kameras unhandlicher als die heutigen tragbaren Modelle. Damals wurde noch flüssiger Stickstoff benötigt, um die Infrarotdetektoren abzukühlen.

Im Jahr 1985 gab es einen weiteren Entwicklungssprung bei den Wärmebildkameras. Der Hersteller FLIR schaffte es, dass zur Abkühlung der Detektoren kein Stickstoff mehr notwendig war. Alle Wärmebildkameras wurden von da an mit einem kryogenischen Kühlsystem gekühlt. Ab 1995 war dieses Kühlsystem nicht mehr nötig. Damit wurden die Wärmebildkameras im Laufe der Jahre immer kostengünstiger. Zudem sind die Kameras nun weniger störanfällig und viel praktikabler in der Handhabung und Anwendung.

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Wofür wurden die Kameras genutzt? Infrarotkameras wurden und werden immer häufiger im industriellen und handwerklichen Bereich genutzt. Mit ihnen können thermische Verluste an Gebäuden und Schwachstellen an Anschlüssen, Sicherungen, Transformatoren und Hochspannungsgeräten unkompliziert und ohne direkte Berührung untersucht werden. Wärmebildkameras sind demnach ein gutes und einfaches Mittel, um großen Schäden und Ausfällen vorzubeugen.

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Die serienmäßige Fertigung von Wärmebildkameras kam unter anderem mithilfe des Unternehmens BMW zustande. Damals war das Ziel, die eingeschränkte Sicht bei Nachtfahrten zu verbessern. Das Militär sah schnell den Vorteil dieser Technik und nutzte sie für den Einsatz unbemannter Aufklärungsflugzeuge.

Wohin geht der aktuelle Trend bei Wärmebildkameras?

Wie bei allen technischen Geräten geht die Entwicklung der Wärmebildkameras hin zu immer leichteren und kompakteren Modellen. Zudem wird ständig an einer besseren Auflösung sowie einer Erweiterung der technischen Funktionen gearbeitet. Gleichzeitig sollen Wärmebildkameras günstiger in der Anschaffung werden, da die Nachfrage stetig steigt und entsprechend mehr Kameras produziert werden können.

Das momentane Ziel ist die Entwicklung von Wärmebildkameras, die sich in ein Smartphone integrieren lassen und dieselben Qualitäten aufweisen wie die aktuellen tragbaren Wärmebildkameras. Bis die ersten Geräte dieser Art auf den Markt kommen, wird es allerdings wohl noch einige Jahre dauern. Bis dahin müssen Sie auf eine separate Wärmebildkamera zurückgreifen, wenn Sie eine entsprechende Qualität haben wollen.

FAQ – fünf Fragen zur Wärmebildkamera

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (16)Welche Kosten kommen bei Wärmebildkameras auf mich zu?

Die Kosten von Wärmebildkameras schwanken je nach Modell und Ausstattung sehr stark. Stellen Sie sich vor dem Kauf daher die Frage, wofür Sie die Kamera benötigen und ob Ihnen eventuell ein kostengünstiges Einsteigermodell für das Smartphone reicht. Für sehr präzise Messungen und eine gute bildliche Darstellung der thermischen Gegebenheiten müssen Sie etwas mehr ausgeben.

Wo kann ich Wärmebildkameras kaufen?

Wärmebildkameras können Sie in Elektrofachmärkten kaufen. Die größte Auswahl steht Ihnen im Internet zur Verfügung. Dort finden Sie zahlreiche Online-Shops mit technischen Beschreibungen und Fotos der Geräte. Zudem stehen Ihnen häufig Kundenrezensionen und -fragen als Kauforientierung zur Verfügung.

Welche Hersteller von Wärmebildkameras gibt es?

Es gibt mittlerweile zahlreiche Firmen, die sich der Herstellung von Wärmebildkameras widmen. Zu den bekanntesten zählen FLIR, Akozon, Walmeck, Bosch, Zunate oder Fluke. Das ist nur eine kleine Auswahl an Herstellern, die Geräte von hoher Qualität auf dem Markt anbieten.

Kann ich mich vor einer Wärmebildkamera verstecken?

Da jede Wärmebildkamera die Wärmestrahlung des Körpers anzeigt, ist es kaum möglich, nicht von ihr erfasst zu werden. Daher wurden die Geräte ursprünglich für das Militär konzipiert. Es gäbe nur zwei Möglichkeiten, sich vor einer Wärmebildkamera zu verstecken:

  1. Sie nehmen exakt die Temperatur Ihrer Umgebung an, was so gut wie unmöglich ist.
  2. Sie begeben sich in einen gut isolierten Raum und bedecken sich mit wärmeisolierenden Materialien. Damit würden Sie das Risiko, erfasst zu werden, zumindest stark verringern.

Welche Wärmebildkamera nutze ich am besten für die Jagd?

Wählen Sie eine Kamera, die eine große Reichweite besitzt und über ein geringes Gewicht verfügt. Darüber hinaus sollte sie alle Wetterbedingungen wie Wind und leichten Regen aushalten und eine Schwarz-Weiß-Ansicht statt einer Farbansicht bieten. Damit können Sie die Tiere klarer erkennen, ohne dass Farben und Temperaturen der Umgebung stören.

Gibt es einen Wärmebildkamera-Test der Stiftung Warentest?

9 Wärmebildkameras im Test & Vergleich 2022: 1 klarer Favorit (17)Allgemein zu Wärmebildkameras hat die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest bisher noch keinen Test durchgeführt. Doch hat sie sich speziell mit dem Smartphone-Aufsatz FLIR Oneund einem Baustellenhandy mit integrierter Wärmebildkamera, dem CAT S60, beschäftigt.

Wenn es um Wärmebildkameras geht, ist FLIR einer der führenden Hersteller. Der Schnelltest zum FLIR One wurde im Jahr 2016 durchgeführt. Es handelt sich um eine kleine Wärmebildkamera mit USB-Anschluss. Sie liegt preislich im günstigen Bereich und ist laut der Stiftung Warentest als Einstiegsmodell gut geeignet. Sie können das Gerät einfach an Ihrem Android-Smartphone oder Ihrem iPhone über einen Klippmechanismus befestigen.

Die Stiftung Warentest empfiehlt dieses Modell für kleine Probleme im Haushalt und für die Beobachtung von Tieren. Wenn Sie eine professionelle Wärmebildkamera suchen, ist das FLIR One nach Meinung der Verbraucherorganisation allerdings nicht die richtige Wahl. Der Grund ist, dass das Gerät weder die Umgebungstemperatur noch den Emissionsgrad der Objekte anzeigt. Sehr präzise Messungen können Sie mit dem Gerät demnach nicht erwarten. Darüber hinaus können Sie keine manuellen Einstellungen vornehmen. Den Bericht der Stiftung Warentest finden Sie hier.

Im Jahr 2017 führte die Stiftung Warentest den Schnelltest zum CAT S60 durch. Dieses Gerät ist ein robustes und wasserfestes Mobiltelefon mit einer integrierten Doppelkamera von FLIR. Diese Kamera kann neben herkömmlichen Digitalfotos auch Thermografien erstellen. Wie das FLIR One hat die Stiftung Warentest das CAT S60 als gut in der Anfertigung von Wärmebildern eingestuft, doch nicht so verlässlich in den Temperaturangaben wie bei speziellen und professionellen Wärmebildkameras. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

Gibt es einen Test von Wärmebildkameras von Öko Test?

Öko Test ist eine sehr gute Adresse, wenn Sie vertrauenswürdige und kompetente Tests von Produkten und Dienstleistungen suchen. Zusätzlich zur Verbraucherfreundlichkeit nimmt Öko Test gesundheitliche und umweltfreundliche Aspekte unter die Lupe. Zu Wärmebildkameras hat das Verbrauchermagazin allerdings noch keinen Test durchgeführt. Wir werden Sie darüber informieren, sobald es einen Wärmebildkamera-Test von Öko Test gibt.

Weitere interessante Fragen

Welche Wärmebildkameras sind die besten?

Welche Produkte haben uns besonders gut gefallen und warum?

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Author: Golda Nolan II

Last Updated: 10/08/2022

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